Technologie macht Mobilität möglich – Unternehmer sie nutzbar

Das Grundbedürfnis „Mobilität“ ist dem Menschen von jeher von großer Bedeutung gewesen, auch wenn sich Aspekte und Ausprägungen im Einzelnen und insbesondere in der Realisierung der Mobilität stark verändert und weiterentwickelt haben. Dabei war die technische Entwicklung der Mobilität nur möglich, weil Erkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie in den Ingenieurwissenschaften zu Dampfmaschinen, Elektro- und Verbrennungsmotoren, Flugzeugen und schließlich  auch zur Informations- und Kommunikationstechnik führten.

Dieser Fortschritt führt heute dazu, dass sich die Unternehmen der Mobilitätsbranche zu Mobilitäts- und Komplettdienstleistern entwickeln müssen, die in der Lage sind, den gesamten Bedarf eines Kunden entlang dessen Mobilitätskette entweder durchgehend zu decken oder zumindest mithilfe der Informations- und Kommunikationstechnik nachhaltig zu unterstützen.

Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik der letzten 10 Jahre hat mit dem multiapplikationsfähigen Smartphone die entscheidenden Schritte getan, dass die Vision heute auf der technischen Seite nicht mehr Vision bleiben muss, denn Multiapplikation ist heute Stand der Technik. Letztendlich ist es jetzt die Aufgabe der Unternehmer, die Innovationen geschäftstauglich zu verknüpfen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen.

Die Interaktion unterschiedlicher Anwendungen ist die Voraussetzung für solch intermodale Leistungsangebote unterschiedlicher Dienstanbieter. Das bedeutet, dass die Unternehmen der Mobilitätsbranche den Mikrokosmos einer Unternehmenseinheit mit seiner Kultur verlassen, um in unternehmensübergreifenden und zum Teil in Wettbewerb stehenden Konzepten und Kulturen zu denken und zu handeln.

Der Übergang vom Mobilitätsdienstleister zum Komplettdienstleister ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der Beurteilung von traditionellen Konzepten hin zu neuen Leistungsangeboten, die informationszentriert sind. Er betrifft alle Dienstanbieter, die mit Mobilität der Menschen und den dazu erforderlichen Dienstleistungen zu tun haben, und bedarf nicht weniger als eine für alle Beteiligten vorteilhafte, profitable Geschäftsstrategie mit entsprechenden Geschäftsmodellen zu entwickeln.

Die Nutzer und Akteure im Mobilitätsumfeld sind eine sehr heterogene Zielgruppe. Daher werden unterschiedliche Kommunikations- und Partizipationsstrategien benötigt, um diese vielfältigen Zielgruppen kommunikativ und physisch zu erreichen. Mehr denn je werden Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz zu entscheidenden Qualifikations- und Wettbewerbsmerkmalen – nicht nur für die Unternehmen der Branche, sondern auch für Städte, Regionen und Nationen, deren Attraktivität mit dem Mobilitätsangebot direkt verbunden ist.

iem08-coverDieser Beitrag basiert auf dem Artikel „Homo Mobilis“ von Frank Döttling und Dr. Lutz Martiny, erschienen im initiative magazin 12/2014.

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Arlette Dumont du Voitel

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